Friedrich Daniel Bassermann
J. Kauffmann: Friedrich Daniel Bassermann, Lithografie, Verlag G. Holtzmann, Karlsruhe 1842. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Friedrich Daniel Bassermann

1811–1855 Liberaler Abgeordneter, Vorsitzender des Verfassungsausschusses der Nationalversammlung Liberal

Friedrich Daniel Bassermann, geboren 1811 in Mannheim, war Kaufmann, Verleger und einer der bekanntesten liberalen Abgeordneten im badischen Landtag. Sein Antrag vom 12. Februar 1848 auf eine Volksvertretung beim Deutschen Bund gilt als Signal für die Märzrevolution. In der Frankfurter Nationalversammlung leitete er den Verfassungsausschuss und gehörte zu den Vätern der Reichsverfassung. Nach deren Scheitern zog er sich zurück und starb 1855 in Mannheim.

  • Geboren24.2.1811
  • Gestorben29.7.1855
  • GeburtsortMannheim
  • WirkungsortMannheim, Karlsruhe, Heidelberg, Frankfurt am Main
  • Rolle / FunktionLiberaler Abgeordneter, Vorsitzender des Verfassungsausschusses der Nationalversammlung
  • BerufKaufmann, Verleger, Politiker

Kaufmann aus Mannheim

Friedrich Daniel Bassermann wurde am 24. Februar 1811 in Mannheim geboren, als ältester Sohn einer angesehenen Kaufmanns- und Bankiersfamilie. Nach einer Lehre im Eisenhandel seines Onkels lernte er in Paris, Le Havre, Triest und London weiter. 1832 besuchte er mit seinen Freunden Karl Mathy und Alexander von Soiron das Hambacher Fest. Ende 1833 übernahm er in Mannheim einen Großhandel für Drogen und Kolonialwaren und wurde rasch ein angesehener Bürger seiner Stadt.

Stimme der Opposition in Karlsruhe

1841 wählte ihn Mannheim in die Zweite Kammer des badischen Landtags. Bassermann gehörte zum Kreis um Johann Adam von Itzstein und war mit Friedrich Hecker befreundet, mit dem er sich später politisch überwarf. Bekannt wurde sein Satz, „dass das Volk nicht für die Regierung da sei, sondern die Regierung für das Volk“. Sein Geschäft verkaufte er bald an seinen Bruder, um sich ganz der Politik zu widmen. 1843 organisierte er im sogenannten Urlaubsstreit die Ablehnung des Staatshaushalts und trug so zum Sturz des konservativen Ministers Blittersdorf bei.

Mit Mathy gründete Bassermann in Heidelberg einen Verlag, in dem ab Juli 1847 die liberale „Deutsche Zeitung“ erschien. Sie wurde zum wichtigsten Sprachrohr der gemäßigten Liberalen in ganz Deutschland. Am 10. Oktober 1847 gehörte Bassermann zu den Organisatoren der Heppenheimer Tagung, auf der sich führende Liberale aus mehreren Staaten berieten.

Der Antrag vom Februar 1848

Am 12. Februar 1848 begründete Bassermann in der Zweiten Kammer seinen Antrag, die Ständekammern der deutschen Staaten beim Bundestag zu vertreten. Er gilt als eines der Signale, mit denen in Deutschland die Märzrevolution begann. Bassermann nahm an der Heidelberger Versammlung vom 5. März und am Vorparlament in Frankfurt teil. Dort setzte er sich mit den gemäßigten Liberalen dafür ein, eine Verfassung durch eine gewählte Nationalversammlung und im Einvernehmen mit den Regierungen zu schaffen, statt eine Revolutionsregierung zu bilden, wie es Hecker und Gustav Struve verlangten.

Einer der Väter der Reichsverfassung

In der Frankfurter Nationalversammlung leitete Bassermann ab dem 24. Mai 1848 den dreißigköpfigen Verfassungsausschuss. Ab August 1848 war er zugleich Unterstaatssekretär im Innenministerium der Reichsregierung. Als führender Kopf der Casino-Fraktion strebte er eine konstitutionelle Monarchie unter preußischer Führung an. Nach einer Rede vom 18. November 1848, in der er von den „Gestalten“ auf den Straßen Berlins sprach, wurden die „Bassermannschen Gestalten“ zum geflügelten Wort. Die Linke sah darin die Herablassung des Besitzbürgers gegenüber den Armen.

Am 3. April 1849 reiste Bassermann mit der Kaiserdeputation nach Berlin. Nachdem Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone abgelehnt hatte, versuchte er in Berlin vergeblich, den König doch noch umzustimmen. Am 21. Mai 1849 legte er sein Mandat nieder.

Rückzug und Tod

1850 saß Bassermann noch im Erfurter Unionsparlament, dann zog er sich aus der großen Politik zurück. 1851 schied er aus der badischen Kammer aus und blieb nur in der Mannheimer Bürgerversammlung. Gesundheitlich schwer angeschlagen, nahm er sich am 29. Juli 1855 in Mannheim das Leben.

Quellen und Literatur

  1. Friedrich Daniel Bassermann. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Daniel_Bassermann
  2. Friedrich von Weech: Bassermann, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 127.
  3. Erich Angermann: Bassermann, Friedrich Daniel. In: Neue Deutsche Biographie 1 (1953).
  4. https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653415.html

Weiterführend: Wikipedia Wikidata GND

Zum Weiterlesen

  • Frank Engehausen, Jörg Bong (Hg.)

    Mehr als Einigkeit und Recht und Freiheit. Demokratische Reden in der Frankfurter Nationalversammlung

    Reden der Demokraten in der Paulskirche, mit denen Bassermann als Wortführer der Liberalen stritt.

    Köln 2024 · ISBN 9783462500134

  • Annette Borchardt-Wenzel

    Kleine Geschichte Badens

    Handlicher Überblick über die badische Geschichte und ihre liberale Verfassungstradition.

    Regensburg 2026 · ISBN 9783791736693

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